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Kommunistische Interventionen zur Griechenland-Diskussion


Hier findet ihr eine Broschüre, die eine Reihe kommunistischer Positionen zu Griechenland seit der Krise, der Rolle von SYRIZA, den diversen Fehleinschätzungen der deutschen Linken sowie zur Strategie und Taktik der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) versammelt. Außerdem Spannend: Die Berichte der SDAJ von ihrer Delegationsreise nach Griechenland im September 2015: sdajgoeshellas.blogsport.de

Kommunismus Basics

ZUR EINFÜHRUNG:
Nicht nur von bürgerlicher Seite, sondern auch von Menschen, die sich selbst als „links“ bezeichnen, hört man häufig, dass der Marxismus nicht in der Lage sei, die gesellschaftliche Wirklichkeit zu erklären. Während manch eine_r der Marxschen Theorie zumindest für das Zeitalter des beginnenden Industriekapitalismus einen gewissen Erklärungswert zuspricht oder den „Marxismus als Methode“ für weiterhin „brauchbar“ erklärt, lehnen andere marxistische Grundannahmen rundweg ab. Einig sind sie sich in der Regel darin, dass der Marxismus als theoretisches System irgendwie „überholt“ oder „ideologisch“ sei und sein Studium daher nicht lohne.
Wir sind hingegen der Auffassung, dass die wesentlichen Elemente der Marxschen Theorie weiterhin Gültigkeit beanspruchen können. Mit Hilfe der Marxschen Kategorien kann nicht nur die Welt des 19., sondern auch die des 20. und des 21. Jahrhunderts adäquat analysiert werden; sie können uns auch heute als Schlüssel zum Verständnis sozioökonomischer Verhältnisse und historischer Prozesse dienen. Schließlich gab und gibt es weltweit zahlreiche Theoretiker_innen, die in ihrer Forschung und Theoriebildung Marxsche Theoreme aufnehmen bzw. die marxistische Theorie angesichts der Veränderungen im globalen Kapitalismus weiterentwickeln. […]

Ganzen Einführungstext lesen: Was ist eigentlich Kommunismus?

ERSTE SITZUNG: Zur Theorietradition
W.I. Lenin: Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus

ZWEITE SITZUNG:
F.Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft
Erster Teil

DRITTE SITZUNG:
F.Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft
Zweiter Teil

VIERTE SITZUNG: Manifest-Schulung
K.Marx & F.Engels: Das Manifest der kommunistischen Partei

FÜNFTE SITZUNG:
K.Marx: Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie

SECHSTE SITZUNG:
K.Marx & F.Engels: Die deutsche Ideologie
Teil Eins

SIEBTE SITZUNG:
K.Marx & F.Engels: Die deutsche Ideologie
Teil Zwei

ACHTE SITZUNG:
K.Marx: Thesen über Feuerbach

+ Ernst Bloch: „Thesen“
Teil 1 & Teil2

NEUNTE SITZUNG
Zum Abschluss und zur Diskussion:
Hans Heinz Holz: Zehn Thesen zur Marxistisch-Leninistischen Theorie

Von der Utopie zur Wissenschaft

Die Marxistische Aktion Tübingen hat eine aktualisierte und stark erweiterte Version ihrer Broschüre Von der Utopie zur Wissenschaft veröffentlicht. Der Text ist angelegt als kompakte Einführung in die umfassende marxistische Theorie und ihre Entwicklungsgeschichte. Die Broschüre eignet sich gut als Einstieg für Lesekreise und Theorie-Workshops, da sie sich darum bemüht, allgemein verständliche Einblicke in die wichtigsten Bereiche des wissenschaftlichen Sozialismus zu geben: die Kritik der politischen Ökonomie, die materialistische Dialektik, den historischen Materialismus, die marxistische Staatstheorie etc.

Aus dem Vorwort:

Wir erleben, erschüttert und verwirrt, das Scheitern beim Aufbau der sozialistischen Gesellschaften. Der Sozialismus, den wir von der Utopie zur Wissenschaft entwickeln wollten, scheint sich als eine bloße Utopie zu erweisen, die vor der Wirklichkeit – zumindest vor der Wirklichkeit unserer Zeit – nicht standhält.“
So beginnt die Einleitung zu einem Essay des marxistischen Philosophen Hans Heinz Holz, der sich mit der Frage nach philosophisch-politischen Perspektiven des Marxismus nach den welthistorischen Ereignissen von 1989-1991 auseinandersetzt. „Ist“, so fragt Holz weiter, „wie manche meinen, die Lehre von Marx, Engels und Lenin durch die Verwirklichung dementiert, die ihr zuteil geworden ist? Brauchen wir, allenfalls, einen Sozialdemokratismus ohne Marx und die Theorietradition, die an ihn anknüpfte?“ Dass diese Fragen sämtlich zu verneinen sind, ist der Grund für die Existenz unserer Gruppe. Warum sie zu verneinen sind soll diese Schrift begründen.

Die Broschüre gibts zum kostenlosen Download unter: Von der Utopie zur Wissenschaft

Marxisten?

Unsere Position, wenn man uns fragt, ob wir Marxisten sind oder nicht, gleicht der eines Physikers, würde man ihn fragen, ob er ‚Newtonianer‘, oder der eines Biologen, würde man ihn fragen, ob er ‚Pasteurianer‘ sei. […] Man muss mit der selben Selbstverständlichkeit Marxist sein, mit der man in der Physik ‚Newtonianer‘ oder in der Biologie ‚Pasteurianer‘ ist, sich immer darüber bewusst, dass, wenn auch neue Umstände neue Konzepte hervorbringen, dadurch diesen vorangegangenen Konzepten nie ihre Richtigkeit und Größe genommen werden wird.

Ernesto Che Guevara
Notas para el estudio de la ideología de la Revolución cubana

    marxistas

    Gemeinsam lernen !

    Dieser blog soll in Zukunft dazu genutzt werden, linke Schulungs- und Arbeitsmaterialien in einer Form frei zur Verfügung zu stellen, die es Gruppen/Projekten etc. ermöglicht, diese als Grundlage ihrer eigenen Theoriearbeit zu verwenden. Hierbei soll es zunächst um linke/antikapitalistische/antifaschistische/antiimperialistische etc. Grundlagen gehen, nicht etwa um philosophische Fachdebatten. Diese sollen so aufgearbeitet werden, dass sie auch für Einsteiger_innen verständlich und nachvollziehbar sind. Wir wollen Anregungen zu einer gemeinsamen und kontinuierlichen Auseinandersetzung mit linker Theorie geben. Dabei halten wir es für sinnvoll, stets so nah wie möglich an den Originaltexten zu arbeiten und wollen auch unerfahrene Leser_innen ausdrücklich zur gemeinsamen Lektüre der „Klassiker“ ermutigen.

    Und warum das alles ?

    Da linke Theorie ohne Praxis leer, ebenso aber linke Praxis ohne Theorie stets blind ist, muss unser kämpferisches Engagement untrennbar verbunden sein mit der kollektiven, undogmatischen Aneignung der Geschichte und Theorie der Arbeiter_innenbewegung, der antiimperialistischen und antikolonialistischen Befreiungskämpfe und anderer revolutionär-emanzipatorischer Bewegungen. Ohne diese theoretische Arbeit ist konsequenter Antikapitalismus unmöglich und verbleibt letztlich auf dem Niveau eines ziel- und orientierungslosen Aktionismus, der ins Leere läuft, einer Politik, die nur Symptome bekämpft, ohne sich ihrer Ursachen bewusst zu sein.

    Gerade heute ist diese eigenständige Bildungsarbeit umso notwendiger. Seit der Gründung der BRD 1949 ist der Antikommunismus ihre hegemoniale Staatsdoktrin. Seit der Öffnung der Berliner Mauer und dem Ende der DDR und der Sowjetunion 89/90 haben sich diese Tendenzen in Deutschland noch verschärft, am deutlichsten durch das systematische Entfernen kommunistischer Inhalte aus den Massenmedien, dem öffentlichen Leben und den Geschichtsbüchern. Der Kapitalismus und seine Apologeten treiben den Kampf um die Köpfe der Menschen an allen Fronten voran, besonders in der Wissenschaft und im Bildungssystem. Marxistische und andere linke Intellektuelle werden systematisch aus den Universitäten verdrängt, kapitalismuskritische Inhalte aus Schulen und Hochschulen verbannt. Die Gesetze des Marktes und der Konkurrenz werden den Menschen als überhistorisch gültige Naturgesetze gepredigt und das Verhalten der Menschen unter diesen Bedingungen zur allgemein menschlichen Natur erklärt.

    Es gehört zu unseren Aufgaben als revolutionäre Linke, uns auch das Wissen um die politische Praxis der Vergangenheit anzueignen, also die historischen Erfahrungen, die im Kampf gegen die kapitalistische Ordnung bisher gesammelt wurden: die Klassenkämpfe der Arbeiter_innenbewegung auf der ganzen Welt, der antifaschistische Widerstand, Revolutionen, sozialistischer Aufbau, antiimperialistische Widerstandskämpfe, Kampf gegen Konterrevolution und Reaktion. Diese Kenntnisse sind Voraussetzung dafür, dass wir eine der Gegenwart angemessene und in die Zukunft gerichtete Praxis entwickeln. Wir müssen aus den Erfolgen, den Erkenntnissen und auch den Fehlern jener lernen, die vor uns gekämpft haben.

    Jedoch genügt es nicht, dass sich einige Wenige dieses Wissen aneignen. Ziel unserer gemeinsamen Praxis darf nicht sein, uns in Theoriezirkel zu zersplittern und die Emanzipation der Menschen auf dem Reißbrett zu planen. Im Gegenteil!
    Die Revolutionäre Bewegung nimmt ihren Anfang nicht im akademischen Elfenbeinturm sondern auf der Straße, in den Betrieben und den Organisationen der Arbeiterschaft, an den Universitäten und Schulen. Deshalb darf unsere gemeinsame theoretische Arbeit auch nicht darauf konzentriert sein, einzelne Expert_innen hervorzubringen, sondern sie muss darauf abzielen, ein kollektives Bewusstsein zu schaffen, das sich in eine kollektive Praxis übersetzten lässt.

    Antonio Gramsci schreibt dazu in seinen Gefängnisheften: “Dass eine Masse von Menschen dahin gebracht wird, kohärent und auf einheitliche Weise zu denken, ist eine philosophische Tatsache, die viel wichtiger und origineller ist, als wenn ein philosophisches Genie eine neue Wahrheit entdeckt, die Erbhof kleiner Intellektuellengruppen bleibt. (…) Eine neue Kultur zu schaffen bedeutet nicht nur, individuell originelle Entdeckungen zu machen, es bedeutet auch und besonders, bereits entdeckte Wahrheiten kritisch zu verbreiten, sie sozusagen zu vergesellschaften.”

    Und genau diese Vergesellschaftung von Wissen und Fähigkeiten muss Ziel unseres gemeinsamen Lernprozesses sein. Da, wie Lenin schreibt, die Massen das revolutionäre Bewusstsein nicht von sich aus entwickeln, ist es die Aufgabe der Kommunist_innen, es in sie hineinzutragen. Damit meinte Lenin keinen Akt des Aufzwingens oder der unterschwelligen Manipulation, sondern einen des gemeinsamen Begreifens der eigenen Interessen durch den Kampf und die Diskussion. Es gilt, kollektiv und kontinuierlich voneinander zu lernen und einander zu lehren, nur so lässt sich eine Organisation schaffen, die als ganze schlagkräftig ist und nicht blind einer Lehre folgt, die von ihren einzelnen Gliedern nicht verstanden, vertreten und verteidigt werden kann.

    In diesem Sinne:
    Für den Kommunismus !