Krisenanalyse

Die Genoss_innen der Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin haben die erste Ausgabe ihres Theorieorgans PERSPEKTIVE – Texte für den revolutionären Aufbauprozess veröffentlicht. Die Broschüre ist ganz der Analyse der aktuellen Krise des Kapitalismus aus marxistischer Sicht und möglichen Strategien der revolutionären Linken in der gegebenen Situation gewidmet.
Wir begrüßen diese Initiative und halten die vorgelegte Analyse für eine sehr vernünftige Diskussionsgrundlage, die weitere Verbreitung innerhalb der Linken verdient.
Der Text kann auf dem Perspektive-Blog entweder in voller länge online gelesen oder kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Auf die kommenden Ausgaben der PERSPEKTIVE kann man schon jetzt gespannt sein.
Wir wünschen dem Projekt jedenfalls alles gute und nach diesem gelungenen Start eine konstruktive Fortsetzung und Weiterentwicklung.
Solidarische Grüße nach Berlin!

Kommunismus Basics

ZUR EINFÜHRUNG:
Nicht nur von bürgerlicher Seite, sondern auch von Menschen, die sich selbst als „links“ bezeichnen, hört man häufig, dass der Marxismus nicht in der Lage sei, die gesellschaftliche Wirklichkeit zu erklären. Während manch eine_r der Marxschen Theorie zumindest für das Zeitalter des beginnenden Industriekapitalismus einen gewissen Erklärungswert zuspricht oder den „Marxismus als Methode“ für weiterhin „brauchbar“ erklärt, lehnen andere marxistische Grundannahmen rundweg ab. Einig sind sie sich in der Regel darin, dass der Marxismus als theoretisches System irgendwie „überholt“ oder „ideologisch“ sei und sein Studium daher nicht lohne.
Wir sind hingegen der Auffassung, dass die wesentlichen Elemente der Marxschen Theorie weiterhin Gültigkeit beanspruchen können. Mit Hilfe der Marxschen Kategorien kann nicht nur die Welt des 19., sondern auch die des 20. und des 21. Jahrhunderts adäquat analysiert werden; sie können uns auch heute als Schlüssel zum Verständnis sozioökonomischer Verhältnisse und historischer Prozesse dienen. Schließlich gab und gibt es weltweit zahlreiche Theoretiker_innen, die in ihrer Forschung und Theoriebildung Marxsche Theoreme aufnehmen bzw. die marxistische Theorie angesichts der Veränderungen im globalen Kapitalismus weiterentwickeln. […]

Ganzen Einführungstext lesen: Was ist eigentlich Kommunismus?

ERSTE SITZUNG: Zur Theorietradition
W.I. Lenin: Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus

ZWEITE SITZUNG:
F.Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft
Erster Teil

DRITTE SITZUNG:
F.Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft
Zweiter Teil

VIERTE SITZUNG: Manifest-Schulung
K.Marx & F.Engels: Das Manifest der kommunistischen Partei

FÜNFTE SITZUNG:
K.Marx: Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie

SECHSTE SITZUNG:
K.Marx & F.Engels: Die deutsche Ideologie
Teil Eins

SIEBTE SITZUNG:
K.Marx & F.Engels: Die deutsche Ideologie
Teil Zwei

ACHTE SITZUNG:
K.Marx: Thesen über Feuerbach

+ Ernst Bloch: „Thesen“
Teil 1 & Teil2

NEUNTE SITZUNG
Zum Abschluss und zur Diskussion:
Hans Heinz Holz: Zehn Thesen zur Marxistisch-Leninistischen Theorie

Von der Utopie zur Wissenschaft

Die Marxistische Aktion Tübingen hat eine aktualisierte und stark erweiterte Version ihrer Broschüre Von der Utopie zur Wissenschaft veröffentlicht. Der Text ist angelegt als kompakte Einführung in die umfassende marxistische Theorie und ihre Entwicklungsgeschichte. Die Broschüre eignet sich gut als Einstieg für Lesekreise und Theorie-Workshops, da sie sich darum bemüht, allgemein verständliche Einblicke in die wichtigsten Bereiche des wissenschaftlichen Sozialismus zu geben: die Kritik der politischen Ökonomie, die materialistische Dialektik, den historischen Materialismus, die marxistische Staatstheorie etc.

Aus dem Vorwort:

Wir erleben, erschüttert und verwirrt, das Scheitern beim Aufbau der sozialistischen Gesellschaften. Der Sozialismus, den wir von der Utopie zur Wissenschaft entwickeln wollten, scheint sich als eine bloße Utopie zu erweisen, die vor der Wirklichkeit – zumindest vor der Wirklichkeit unserer Zeit – nicht standhält.“
So beginnt die Einleitung zu einem Essay des marxistischen Philosophen Hans Heinz Holz, der sich mit der Frage nach philosophisch-politischen Perspektiven des Marxismus nach den welthistorischen Ereignissen von 1989-1991 auseinandersetzt. „Ist“, so fragt Holz weiter, „wie manche meinen, die Lehre von Marx, Engels und Lenin durch die Verwirklichung dementiert, die ihr zuteil geworden ist? Brauchen wir, allenfalls, einen Sozialdemokratismus ohne Marx und die Theorietradition, die an ihn anknüpfte?“ Dass diese Fragen sämtlich zu verneinen sind, ist der Grund für die Existenz unserer Gruppe. Warum sie zu verneinen sind soll diese Schrift begründen.

Die Broschüre gibts zum kostenlosen Download unter: Von der Utopie zur Wissenschaft

Faschismustheorien

ZUR EINFÜHRUNG:
Was ist eigentlich Faschismus? Oder: was uns diese Frage heute angeht

ERSTE SITZUNG: Gängige Faschismusdefinitionen
Lexikoneinträge
(Wir empfehlen, sich zum Einstieg die Einträge zum Begriff „Faschismus“ in verschiedenen gängigen Nachschlagewerken anzuschauen und diese zu vergleichen und zu diskutieren. Lassen sich schon hier verschiedene Tendenzen und Unterschiede erkennen? Und welches Vorwissen ist bei den Teilnehmer_innen vorhanden? Auf diese einführende Diskussion kann nach der letzten Sitzung ggf. kritisch und kollektiv zurück geschaut werden – Ziel des Lesekreises soll nicht zuletzt die Aneignung eines wissenschaftlichen Faschismusbegriffs sein, der sich von dem des bürgerlichen Mainstreams deutlich abhebt.)

ZWEITE SITZUNG: Theoretische Ansätze
Reinhard Kuehnl
„Hauptvarianten der Faschismustheorien & Faschismus als Produkt des Führers“

DRITTE SITZUNG: Klassiker 1
Clara Zetkin
„Kampf gegen den Faschismus“ (1923)
ZUSATZLEKTÜRE zur Entwicklung der Faschismusanalyse der Komintern: Lewerenz – Wesensbestimmung des Faschismus durch die KI

VIERTE SITZUNG: Klassiker 2
G. Dimitroff
„Faschismus und Arbeiterklasse“ (1935)

FÜNFTE SITZUNG: Faschismus nach 1945?
M. Weissbecker
„Der Faschismus in der Gegenwart“
ZUSATZLEKTÜRE:Kuehnl – Aktualität des Faschismusproblems

SECHSTE SITZUNG: Faschismusanalyse und Holocaust
Moishe Postone
„Nationalsozialismus und Antisemitismus“
K. Paetzold
„Von der Vertreibung zum Genozid“

SIEBTE SITZUNG: Klassenanalyse und Faschismus heute
Kurt Gossweiler
„Arbeiterklasse und Faschismus“

ACHTE SITZUNG: Antifaschismus
Antifa M
„Geschichte der Antifaschistischen Aktion“

„…ums Ganze!“
Faschismus, Nationalismus und „nationale Selbstbestimmung“

Imperialismustheorien


Im folgenden haben wir Texte für einen Lesekreis zusammengestellt, die sowohl einen Überblick über die klassischen Imperialismustheorien als auch einen Einblick in jüngere theoretische Ansätze geben sollen. Die Fragen, die dabei leitend sein sollten, sind die nach dem eigentlichen Inhalt des Imperialismusbegriffs und wie sich dieser auf die politische Praxis der Kommunist_innen in der Vergangenheit ausgewirkt hat und wie er sich auf unsere heutige politische Praxis auswirken muss. Was ist Imperialismus und wie kann man ihm entgegentreten? Wann kann man von imperialistischen Kriegen sprechen? Wie wirkt sich der Imperialismus auf das Verhältnis von „Erster-“ und „Dritter Welt“, von Metropole und Peripherie, von Norden und Süden aus? Welche Bedeutung kommt den „antiimperialistischen Befreiungskämpfen“ zu? Gibt es heute einen US-amerikanischen /deutschen / französischen oder beliebigen anderen nationalen Imperialismus? Etc…

All diese Fragen können nur dann beantwortet werden und letztlich in unsere Praxis einfließen, wenn wir unsere Diskussion als Marxist_innen auf eine gemeinsame theoretische Basis stellen und mit klaren, wissenschaftlichen Begriffen argumentieren. Wie im Verlauf der Lektüre deutlich werden wird, gibt es nicht DIE marxistische Imperialismustheorie. Es liegt schon allein an der Komplexität des Untersuchungsgegenstands und den vielen historischen Veränderungen, denen er seit seiner Entstehung unterworfen war, dass er immer wieder neue Erklärungsversuche nötig machte und auch immer wieder theoretische Ansätze ins Leere laufen ließ. Schon die Klassiker unter den Imperialismustheorien sind nicht etwa als Produkt einer einmündigen und harmonischen gemeinsamen Theorieentwicklung der damaligen Linken zu denken, sondern vielmehr Ergebnis scharfer Auseinandersetzungen und Polemiken, wie es am deutlichsten bei Lenin zu Tage tritt. Allen marxistischen Ansätzen gemeinsam ist aber das folgende Ziel: es geht ihnen nicht etwa darum, den Imperialismus auf einer rein politischen oder moralischen Ebene zu kritisieren, z.B. als eine besonders aggressive Form der Außenpolitik oder eine besonders skrupellose und gewalttätige Tendenz zur territorialen Expansion. Die Kommunist_innen haben diese Erscheinungen des Imperialismus immer kritisiert und aktiv bekämpft, sie aber dennoch als Symptome einer komplexen, tiefer liegenden Struktur erkannt. Und deshalb darf eine marxistische Erklärung des Imperialismus auch nicht bei der Beschreibung dieser Symptome stehen bleiben, sondern muss nach ihren Ursachen Forschen. Die zentrale Frage, die es zu beantworten gilt, ist also die, welche ökonomischen Bewegungsgesetze den Kapitalismus dazu zwingen, sich auszubreiten, seine Einflusssphäre über die ganze Welt auszudehnen, Ausbeutungsverhältnisse im globalen Maßstab auszubilden und immer wieder vernichtende Kriege zu führen. Die Schlussfolgerung, die sich aus einer solchen Untersuchung ergeben muss, kann nur eine sein: der Imperialismus lässt sich letzten Endes nur überwinden, wenn es gelingt, den Kapitalismus zu überwinden, denn er ist nichts anderes, als eine Erscheinungsform der kapitalistischen Ordnung auf einer bestimmten Entwicklungsstufe – und als solche ist er eine Erscheinungsform jener Barbarei, die wir mit aller Entschlossenheit bekämpfen und der wir den Sozialismus entgegenstellen müssen!

Zum technischen: Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, den Lesekreis auf Basis eines regelmäßigen Treffens im Abstand von zwei Wochen zu organisieren. Es ist sehr hilfreich, wenn jeweils eine Person den gelesenen Text kurz zusammenfasst und die wichtigsten Argumente rekapituliert. Danach sollte unbedingt noch genug Zeit bleiben, um offene Fragen zu diskutieren oder ggf. Kritik zu äußern. Ziel des Lesekreises sollte vor allem nicht eine Expertendiskussion sein, sondern es sollte besonders darauf geachtet werden, auch unerfahrenere Leser_innen zu integrieren und eine wirkliche gemeinsame Wissensbasis zu erarbeiten. Der Lesekreis ist auf acht Sitzungen ausgelegt, kann aber beliebig erweitert werden. Die hier hochgeladenen Texte sind meist gekürzt oder Auszüge aus umfangreicheren Werken. Die Klassiker lassen sich in jeweils voller Länge gratis auf marxists.org nachlesen.

ERSTE SITZUNG: Einführung
Das erste Treffen sollte vor allem dafür genutzt werden, herauszufinden, auf welchem Wissensstand die Teilnehmer_innen sich aktuell befinden und ob z.B. noch gemeinsame Vorarbeit nötig ist, bevor mit den Imperialismus-Texten begonnen werden kann. Da fast alle hier vorgestellten Theorien sich aus der marxistischen Ökonomie heraus entwickelt haben, gehört ein bestimmtes Marx-Grundwissen zu den Voraussetzungen für diesen Lesekreis. Hier findet ihr eine Broschüre, die versucht, diese Grundlagen in aller Kürze zu vermitteln. Je nach Vorwissen könnte sinnvoll sein, diesen Grundlagen eine ganze Sitzung zu widmen. Außerdem schlagen wir vor, zur Vorbereitung der ersten Sitzung folgende Einführungstexte zu lesen, die den Imperialismusbegriff historisch einzuordnen versuchen, einen groben Ausblick auf die zu behandelnden Theorien geben.

Intro 1
Intro 2

ZWEITE SITZUNG:
Karl Kautsky
„Der Imperialismus“
„Zwei Schriften zum Umlernen“
„Der imperialistische Krieg“

DRITTE SITZUNG:
Rosa Luxemburg
„Die Akkumulation des Kapitals“
„Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus“

VIERTE SITZUNG:
Nikolai Bucharin
„Imperialismus und Weltwirtschaft“
W.I. Lenin
„Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“

FÜNFTE SITZUNG:
Baran & Sweezy
„Monopolkapital: Imperialismus und Militarismus“

SECHSTE SITZUNG:
Dependenztheorie 1
Osvaldo Sunkel: „Transnationale kapitalistische Integration und nationale Desintegration: Der Fall Lateinamerika“
Dependenztheorie 2
Ernest Mandel: „Neokolonialismus und ungleicher Tausch“

SIEBTE SITZUNG:
Weltsystemtheorie
Immanuel Wallerstein: „Das Weltsystem“

ACHTE SITZUNG:
Einleitung
Imperiales Kommando
Der amerikanische Imperialismus
Hardt & Negri: „Empire“
„Empire“ haben wir als Beispiel für eine postmoderne Theorie mit in den Lesekreis aufgenommen. Aus der sonstigen Lektüre und den politischen Ereignissen der letzten 10 Jahre dürften sich jedoch zahlreiche Kritikpunkte an diesem Text ergeben. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Diskussion darüber sehr fruchtbar sein kann.